Nicaragua, das „Land der Seen und Vulkane”, ist zu einem der gefragtesten Ziele Mittelamerikas geworden. Farbenfrohe Kolonialstädte, Vulkane zum Sandboarden, paradiesische Inseln und eine lebendige Kultur: Das Land bietet besondere Erlebnisse zu einem Bruchteil dessen, was die Nachbarn kosten.
Warum Nicaragua
- Der Vulkan Masaya: einer der wenigen Orte weltweit, an denen man glühende Lava vom Kraterrand aus sehen kann.
- Kolonialstädte: Granada und León, mit erhaltener Architektur und echtem Alltag.
- Surfen auf Weltniveau: San Juan del Sur mit ablandigem Wind über weite Teile des Jahres.
- Ein besonderes Abenteuer: Sandboarding am Vulkan Cerro Negro.
- Karibische Inseln: Corn Island und Little Corn, noch kaum entdeckt.
- Günstige Preise: eines der billigsten Länder der Region.
Die wichtigsten Ziele
Granada
Granada, 1524 gegründet, ist die älteste Stadt Nicaraguas und eine der ersten des amerikanischen Kontinents. Farbige Gassen und die Lage am Nicaraguasee machen sie zur fotogensten Stadt des Landes: die gelbe Kathedrale, die Calle La Calzada mit ihren Restaurants, die 365 vulkanischen Inselchen der Isletas und das Kloster San Francisco, das älteste Kolonialgebäude des Landes.
Granada ist zugleich Ausgangspunkt für den Vulkan Masaya und die Apoyo-Lagune.
León
León ist die intellektuelle und revolutionäre Hauptstadt des Landes. Die Kathedrale, die größte Mittelamerikas, ist Welterbe. Daneben: der Vulkan Cerro Negro zum Sandboarden, politische Wandbilder an den Mauern und eine sehr junge Universitätsatmosphäre.
Der Vulkan Masaya
23 km von Managua entfernt fährt man beim Masaya bis an den Kraterrand. Die Nachtbesuche sind am eindrucksvollsten, wenn die Lava sichtbar ist – was von der Aktivität des Vulkans abhängt und nie garantiert werden kann. Der Eintritt für Ausländer liegt bei etwa 100 Córdoba.
Die Insel Ometepe
Ometepe („zwei Berge” auf Nahuatl) besteht aus zwei Vulkanen im Nicaraguasee und ist Biosphärenreservat: der Concepción (1.610 m, aktiv, rund zehn Stunden Aufstieg), der Maderas (1.394 m, erloschen, mit Kraterlagune), das Naturbecken Ojo de Agua, Petroglyphen aus der Zeit um 300 v. Chr. und der Wasserfall San Ramón.
San Juan del Sur
Aus einem Fischerdorf wurde die Surfhauptstadt: die Strände Maderas, Hermosa und Remanso, der Aussichtspunkt Cristo de la Misericordia, das lebhafteste Nachtleben des Landes und das Schutzgebiet La Flor, wo man von Juli bis Februar die Eiablage der Schildkröten beobachtet.
Corn Island und Little Corn Island
Die karibischen Inseln Nicaraguas: weiße Sandstrände ohne Andrang, Schnorcheln und Tauchen an intakten Riffen, auf Little Corn weder Autos noch Geldautomaten, und eine echte kreolische Atmosphäre.
Der Somoto-Canyon
Nationaldenkmal im Norden des Landes: Wände von bis zu 150 Metern, Schwimmen, Sprünge und Wasserwandern auf Touren von drei bis fünf Stunden.

Beste Reisezeit
- Trockenzeit (November bis April): die beste Zeit. Klarer Himmel, ideal für Vulkane und Strände. Der Dezember ist besonders schön, weil die Natur vom Regen noch grün ist.
- Regenzeit (Mai bis Oktober): Schauer am späten Nachmittag, die besten Wellen zum Surfen von Mai bis September, niedrigere Preise.
Das Klima unterscheidet sich je nach Region: Die Pazifikküste ist trockener, die Karibik feuchter, die Berge im Norden kühler.
Praktische Informationen
Währung
Der Córdoba (NIO). US-Dollar werden an vielen touristischen Orten genommen, in Córdoba zu zahlen ist aber fast immer günstiger. Nehmen Sie Bargeld mit: außerhalb der größeren Städte sind Geldautomaten selten, und auf Little Corn gibt es gar keinen.
Budget
Nicaragua ist eines der günstigsten Länder Mittelamerikas und liegt deutlich unter dem benachbarten Costa Rica. Für eine längere Reise ist das einer seiner größten Vorzüge.
- Unterkunft: vom Hostel bis zum kleinen Kolonialhotel, mit bemerkenswertem Preis-Leistungs-Verhältnis in Granada und León.
- Essen: der lokale Comedor und die Fritanga an der Straße kosten einen Bruchteil eines Touristenrestaurants.
- Verkehr: die Chicken Buses sind extrem billig, Touristen-Shuttles bequem und bezahlbar.
- Die Ausnahme: die Corn Islands, die einen Flug ab Managua verlangen und das Budget heben.
Die Preise ändern sich jede Saison. Prüfen Sie sie vor der Buchung.
Fortbewegung
- Chicken Buses: ausrangierte US-Schulbusse, das billigste Verkehrsmittel des Landes.
- Touristen-Shuttles: verbinden Granada, León, San Juan del Sur und Ometepe ohne Umsteigen.
- Fähre: von San Jorge (Rivas) nach Ometepe, etwa eine Stunde.
- Inlandsflüge: für die Corn Islands unverzichtbar.
Sicherheit
In den touristischen Gegenden reichen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: keine Wertsachen zeigen, nachts nicht allein abseits belebter Straßen laufen und Taxis nehmen, die die Unterkunft empfiehlt. Prüfen Sie vor der Reise die Hinweise des Auswärtigen Amts: Die politische Lage des Landes war in den vergangenen Jahren zeitweise angespannt.

Die nicaraguanische Küche
- Gallo Pinto: Reis und rote Bohnen zusammen gebraten, das Nationalfrühstück.
- Vigorón: Maniok, Schweinekruste und Krautsalat auf einem Bananenblatt. Die Spezialität von Granada.
- Nacatamal: der deftige Sonntags-Tamal, im Bananenblatt gegart.
- Quesillo: Frischkäse, eingelegte Zwiebel und Crema in einer Tortilla.
- Rondón: an der Karibikküste der Eintopf mit Kokosmilch.
Fazit
Nicaragua bündelt auf kleinem Raum, was andere Länder verteilen: zwei erstklassige Kolonialstädte, einen Krater mit sichtbarer Lava, eine Insel aus zwei Vulkanen, Surfen am Pazifik und eine eigenständige kreolische Karibik. Und das zu Preisen, bei denen man länger bleiben kann.



